Regelungen für den Freizeit- und Vereinssport in Hessen findet ihr hier

Handlungsempfehlung des DSV für Skischulen und Vereine
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Großes Interesse an Workshop "Sport für Menschen mit Behinderung"

13.04.2021

Verband

Wie organisiere ich eine Skifreizeit für Menschen mit geistiger Behinderung? Wie kann ich im Verein Sportangebot für Blinde oder Rollstuhlfahrer umsetzen? Wo bekomme ich Rat und Unterstützung her? Um diese und andere Fragen rund um das Thema Inklusion ging es in einem Online-Workshop am 31.3. Zwanzig Teilnehmer aus ganz verschiedenen Bereichen des HSV und darüber hinaus konnte Moderatorin Stefanie Beul zu einem interessanten Austausch begrüßen.Vertreter aus dem Behindertensport waren Michael Huhn (Co-Bundestrainer Nachwuchs Para Ski Nordisch), der im Langlauf und Biathlon mit körperlich und sehbehinderten Menschen arbeitet und Anne Effe als Regionalkoordinatorin von Special Olympics.

Praxisbeispiele aus den Vereinen stellten Antje und Thomas Brenzel von der SGK Rotenburg sowie Jan Freimuth von der TG Rüdesheim vor.  Die SGKR engagiert sich seit mehreren Jahren bei der Durchführung der Special Olympics Winterspiele und bietet im Winter auch Training für Sportler mit Behinderung auf der Wasserkuppe an. Dazu Thomas Brenzel: „Wer einmal bei so einer Veranstaltung mit Menschen mit geistiger Behinderung dabei war, der kann nicht mehr loslassen.“ Antje Brenzel ergänzt: „Man ist quasi von einem Virus infiziert, wenn man erst einmal mitgemacht hat. Das ist eine ganz besondere Stimmung, der Sport und das Dabeisein stehen im Vordergrund. Die Emotionen bei der Siegerehrung möchte ich gern so manchem „Normalo“ mal zeigen.“ Die TG Rüdesheim hat sich im Bereich der Inklusion auf Freizeiten spezialisiert, bei denen Kinder mit geistiger Behinderung und Kinder ohne eine Behinderung mitfahren. Jan Freimuth erklärt: „Die Kinder helfen sich gegenseitig sehr – manchmal kann selbst ich nicht mehr unterscheiden, wer eine Beeinträchtigung hat und wer nicht. Sie schätzen und unterstützen sich gegenseitig, das ist gelebte Inklusion.“

Neben dem Breitensport gibt es auch umfangreiche Aktivitäten im Leistungssport. Noemi Ristau, Marburger Rennläuferin im DSV-Kader Para Ski Alpin und ihre Guidin Paula Brenzel (SGKR) berichteten von ihrem Alltag als Rennsport-Team. Noemi ist fast komplett blind und fährt bei Skirennen hinter Paula, die ihr durch Kommandos über Funk den Weg weist. Das Duo startet in allen Disziplinen (Slalom, Riesenslalom, Super-G und Abfahrt) und konnte in der letzten Saison den Gesamt-Weltcup gewinnen.  

Zum Schluss hatten die Teilnehmer Gelegenheit, Informationen zur Umsetzung, möglichen Zuschüssen sowie geeigneten Aus- und Fortbildungen auszutauschen. Auch im HSV sind bereits erste konkrete Angebote in Planung. Am 11.07.2021 findet in Mademühlen in Zusammenarbeit mit der DBSJ ein Talenttag statt, bei dem interessierte Sportler mit Behinderung verschiedene Sportarten ausprobieren können. Wer weitere Informationen benötigt oder Interesse hat, an dem Thema mitzuwirken, kann sich gern jederzeit an Stefanie Beul in der HSV-Geschäftsstelle wenden (stefanie.beul[at]hsv-ski.de).

Bericht: S. Beul
Bild: A. Ruck