Goldener Schneekristall für Leyhe und Horchler

18.04.2016

Verband
Einen so großen Empfang hat es beim Ski-Club Willingen seit dem Olympiasieg von Petra Behle mit der deutschen Biathlon-Staffel 1998 in Nagano nicht mehr gegeben. Auch die vielfache Weltmeisterin war wie 210 andere Gäste und Fans dabei, als Biathletin Nadine Horchler und Skispringer Stephan Leyhe als die Top-Sportler des Hessischen Skiverbandes im Hotel Willinger Brauhaus für ihre herausragenden Leistungen im vergangenen Winter geehrt wurden. Nadine Horchler wurde im russischen Tjumen Europameisterin und gewann die Gesamtwertung im IBU-Cup, Stephan Leyhe gehörte die gesamte Saison kontinuierlich zum Weltcup-Kader des Deutschen Skiverbandes (DSV) und gewann mit dem deutschen Team bei der Skiflug-WM am Kulm in Bad Mitterndorf/Österreich die Silbermedaille. Das war die insgesamt 17 WM-Medaille für einen Sportler des Ski-Clubs Willingen, das erste Edelmetall überhaupt im Skispringen bzw. Skifliegen. Viele Kinder und Jugendliche, allesamt Nachwuchssportler des 1910 gegründeten Traditionsvereins, hatten als herzliches Willkommen in Trainingskleidung mit Skiern und Fahnen ein prächtiges Spalier vor dem Hotel für die erfolgreichen Sportler gebildet, die das Bad in der Menge sichtlich genossen. Die Willinger Schützenblaskapelle traf zu diesen bewegenden Bildern und einem schönen äußeren Rahmen den richtigen Ton. Ski-Club-Präsident Jürgen Hensel begrüßte alle Anwesenden beim Sportler-Empfang, darunter zahlreiche Ehrenmitglieder des Traditionsvereins, Offizielle, Trainer, Betreuer und Sportler sowie etliche Sponsoren wie u.a. VIESSMANN, Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) und die Warsteiner Brauerei. Sein Dank galt zudem den heimischen Unterstützern des Abends, Waldecker Wurstwaren Saure, Bäckerei Wilke, Upländer Bauernmolkerei und Willinger Brauhaus, die mit ihren gespendeten Qualitätsprodukten zum gelungenen Empfang beitrugen. Jürgen Hensel skizzierte den Weg der beiden Sportler in der abgelaufenen Saison und rückte die Erfolge des Duos in den Fokus. „Ihr seid tolle Sportler, ihr seid immer freundlich, und ihr arbeitet hart. Ihr seid super, nicht nur ich bin stolz auf euch, der ganze Ski-Club ist es“, sagte der Präsident sichtlich gerührt. Die Ehrung des Vereins führte Sportwart Volkmar Hirsch durch. Er berichtete über die Ergebnisse von Nadine Horchler und Stephan Leyhe im Detail, wobei die beiden Medaillen in Gold und Silber die krönenden Höhepunkte waren. „Nadine, du hast alle 19 Rennen im IBU-Cup bestritten, dir verdient den Gesamtsieg geholt, EM-Gold mit nach Hause gebracht und bist dann beim Weltcup-Finale in Chanty Mansijsk an den Start gegangen“, erinnerte Volkmar Hirsch. „Du hast Dir die gerade erfolgte Nominierung für den DSV B-Kader mehr als verdient.“ Stephan Leyhe bescheinigte er, im zurückliegenden Wettkampfjahr „einen großen Leistungssprung“ gemacht zu haben. „Stephan, du hast mit Deinem Finalsprung auf 202 Meter viel zum Gewinn des WM-Silbers für Deutschland beigetragen.“ Der 24-jährige Schwalefelder war im Weltcup zudem in die Top Ten gesprungen und hatte beim Saisonfinale in Planica/Slowenien seine Bestweite im Skifliegen auf 220 Meter geschraubt. Für den Hessischen Skiverband ehrte Vizepräsident Wilhelm Saure im Namen von Verbandspräsident Dr. Werner Weigelt Nadine Horchler und Stephan Leyhe mit dem Schneekristall in Gold, der höchsten Auszeichnung für aktive Sportler im HSV. Im Anschluss nutzte er die passende Gelegenheit, um Michael Lohschmidt, Biathlon-Fachwart und Trainer, die Bronzene Ehrennadel des Verbandes zu verleihen und Pressesprecher Dieter Schütz mit dem Ehrenbrief des HSV auszuzeichnen. Thomas Trachte, Bürgermeister der Gemeinde Willingen (Upland), bemühte in seiner Laudatio für die beiden Wintersportler ein Bild. „Es gab viele Sterne am über 100 Jahre alten Erfolgshimmel des Ski-Clubs, aber ihr beide habt zwei ganz neue, hell leuchtende Sterne hinzugefügt“, so der Rathauschef. Er berichtete darüber hinaus, dass er mit Jochen Behle Gespräche führe, wie man die schlechten Trainingsbedingungen vor Ort für die heimischen Sportler im Winter wegen des zumeist ausbleibenden Naturschnees verbessern könne. Auch der HSV/WSV-Sportdirektor Behle war wie DSV-Bundesstützpunktleiter Thomas Grellmann beim Empfang dabei. Schwalefelds Ortsvorsteher Wilfried Schnautz überreichte Stephan Leyhe in Form eines Bildes ein schönes Andenken an die Frankenwaldschanze in seinem Heimatort, wo der Weitenjäger als „Jungadler“ gemeinsam mit seinem Bruder Christoph sogar noch vor den vielen Trainingseinheiten an der Willinger Orenbergschanze seine ersten Versuche unter den Augen von Vater Volker gemacht hatte. Für ein Erinnerungsfoto auf der Bühne beim Ski-Club-Empfang mit den Müttern, Ute Horchler und Renate Leyhe, sowie Stephan Leyhes Freundin Jacqueline gab es bunte Blumensträuße für die Damen. Neben den Familien war auch Nadines jüngere Schwester Karolin mit von der Partie, die als ebenfalls sehr erfolgreiche Biathletin im Weltcup gestartet ist und beim EM-Gold der 29-jährigen stets für den SC Willingen startenden Ottlarerin Silber im Sprint geholt hatte. In der Familienwertung bei den Europameisterschaften in Sibirien waren die „Horchler-Sisters“ damit uneinholbar. In einem ebenso interessanten wie amüsanten Sportler-Talk plauderte Moderator Gunnar Puk, immer wieder von großem Beifall im Saal unterbrochen, mit den hessischen Aushängeschildern, wobei insbesondere der Ski-Club-Nachwuchs große Ohren machte. Schließlich möchten die jungen Skisportlerinnen und Skisportler auch einmal in die Fußstapfen von Nadine Horchler und Stephan Leyhe treten. So erinnerte sich Nadine noch sehr gut an den Olympia-Empfang für Petra Behle vor 18 Jahren, als sie „als junge Sportlerin ganz große Augen beim Anblick der Goldmedaille um den Hals des Biathlon-Idols“ gemacht habe. Stephan Leyhe brachte seine Gefühlswelt an diesem Abend mit dem passenden Schlusswort auf den Punkt: „Vielen lieben Dank, dass ihr alle zu unseren Ehren gekommen seid, das bedeutet mir sehr viel.“ Der Empfang klang mit einem gemütlichen Beisammensein der großen Ski-Club-Familie aus, das nicht nur die beiden Top-Sportler des Vereins noch lange in bester Erinnerung behalten werden. Bericht und Bilder: Dieter Schütz