Kult-Weltcup in Willingen feiert mit 46.375 Fans bei Regen und Sturm

06.02.2023

Skisprung

Traditionell begann der offizielle Teil des FIS Skisprung Weltcup des Ski-Club Willingen mit der Mannschaftsführersitzung. SCW-Präsident und Weltcup OK-Chef Jürgen Hensel begrüßte die Offiziellen des Internationalen Skiverbandes (FIS) sowie die teilnehmenden Nationen und Wettkampfchef Volkmar Hirsch gab wichtige organisatorische Hinweise bekannt. 12 Nationen bei den Damen und 18 bei den Herren waren am Start bei den insgesamt fünf Weltcup-Konkurrenzen. Großer Dank galt Schanzenchef Andreas Rohn und seinem Team für die einmal mehr gelungene Herrichtung der Mühlenkopfschanze. Hirsch wünschte sich nach dem Dauerregen am Donnerstag vor allem eins für die Weltcup-Tage in Willingen: „Besseres Wetter!“

Der Wunsch wurde zunächst nicht erhört, beim Sieg Norwegens (450,6) im Mixed-Weltcup vor Österreich (415,1) und Deutschland (409,8) konnte aufgrund von Dauerregen und starkem Wind nur ein Durchgang stattfinden.  Das deutsche Team trat in der Besetzung Selina Freitag (132 m), Karl Geiger (140,0), Katharina Althaus (122,5) und Andreas Wellinger(135,5) an und musste wie die Konkurrenz mit immer wieder auflebenden Windböen und mehreren Unterbrechungen zurecht kommen. Den Atem hielten schon viele der 6750 Zuschauer an der größten Großschanze der Welt und zuhause am Bildschirm beim Flug von Timi Zajc an, der scheinbar gar nicht enden wollte. Bei unglaublichen 161,5 m aus Luke acht konnte der Slowene allerdings nicht mehr stehen, blieb aber unverletzt. „Der wildeste Sprung, den ich je gesehen habe“, meinte nicht nur Andi Wellinger. Die Qualifikation der Skispringer musste anschließend abgesagt und auf Samstag verschoben werden. Lokalmatador Stephan Leyhe hatte im Training mit 138,5 m geglänzt.

Vor der Rekordkulisse für das Frauen-Skispringen mit 23.500 Zuschauern am Samstag rockte Katharina Althaus die Mühlenkopfschanze. Mit ihrer persönlichen Bestleistung von 149,5 m im Finale sprang sie noch von Platz drei und 133 m im ersten Durchgang auf eins und gewann nach Titisee-Neustadt und Hinterzarten auch ihren dritten Heimweltcup in diesem Winter. Bei ihrem insgesamt 13. Weltcupsieg verwies die Oberstdorferin die Slowenin Ema Klinec (256,3) und die Japanerin Sara Takanashi (245,7) mit 264,4 Punkten auf die Podestplätze. Der Jubel bei den deutschen Skispringerinnen und den vielen tausend Fans an der Schanze kannte keine Grenzen mehr. „Richtig nice“ hieß das neue Jugend-Schlagwort und die weltbesten Skispringerinnen waren allesamt begeistert und beeindruckt von der Kulisse und bedankten sich mit weiten Flügen.

Wenig später konnte Norwegens Springer-König Halvor Engar Granerud (296,3) mit seinem achten Weltcupsieg in diesem Winter und dem schon 21. insgesamt eindrucksvoll unterstreichen, dass er wie im Vorjahr beim „Geisterweltcup“ auch vor großer Kulisse beide Wettbewerbe auf der Mühlkopfschanze und damit das Willingen-Double gewinnen will. Im Weltcup baute er seine Führung weiter aus. Hinter dem Slowenen Anze Lanisek (293,9) kehrte auch der Pole Dawid Kubacki wieder auf das Podest zurück. Die DSV-Adler, die in der Qualifikation mit einem Doppelsieg von Karl Eisenbichler vor Karl Geiger und Rang acht von Lokalmatador Stephan Leyhe hatten aufhorchen lassen, brachten mit Karl Geiger (137/135,5 m/264,0), Philipp Raimund (142,5+130/255,7) und Andreas Wellinger (132+132,5/255,4) auf den Plätzen fünf, neun und zehn drei Springer unter die Top Ten.  Mit Stephan Leyhe (14./137+127,5), Constantin Schmid (15./133+127,5) und Markus Eisenbichler (17./127+134) folgte ein weiteres Trio unter den besten 20.

Zur Freude einiger weniger Fans aus Fernost, die an die Mühlenkopfschanze gekommen waren, standen am Sonntag zunächst drei Japanerinnen auf dem Podest. Nach sechs Jahren Pause landet Weitenjägerin Yuki Ito (233,3/137+135,5) wieder einen Weltcupsieg vor Nozomi Maruyama (229,0/133+136,5) und der langjährigen Seriensiegerin Sara Takanashi (222,6/137,5+133). Katharina Althaus (194,4/125+118) konnte bei Schneefall nicht an ihren Traumsprung beim Sieg am Samstag anknüpfen, gab aber nach Platz acht direkt hinter Selina Freitag (199,4/124,5+121) als Ziel aus, auch einmal wie die drei Japanerinnen zumindest mit Freitag gemeinsam auf dem Treppchen zu stehen. Das Willinger „Kosmetikteam“, wie die Free Willis im Anlauf und im Auslauf genannt werden, hatte alle Hände voll zu tun tun, um mit Laubbläsern, Besen und mit den Skier als Tretkommando bestmögliche Bedingungen für die weltbesten Skispringerinnen zu schaffen. Aus technischen Gründen hatte die Jury die Qualifikation schon gestrichen. Die Finnin Jenny Rautionaho stürzte bei 128,5 m im ersten Wertungsdurchgang und musste von den Sanitätern auf einer Trage abtransportiert werden. Sie zog sich aber „nur“ Schürfwunden und keine ernsthaften Verletzungen zu. 

Bei schwierigen Bedingungen blieb der Norweger Halvor Egner Granerud auch am Schlusstag mit 147,5 und 142 m bei Nieselregen und Nebel in der Spur, die anderen Springern leichte Probleme bereitete. Mit 273 Punkten verwies er den wieder stärker werdenden Ryoyu Kobayashi (252,3/134,5+45,5) und seinen Landsmann Daniel Andre Tande (249,2/141,5+139 m) auf die Podestplätze. Vor noch einmal 16.125 Zuschauern, die im Regen ausharrten und die Gesamtbilanz an den drei Tagen auf der Mühlekopfschanze  auf 46.375 Fans erhöhten, blieb die erhoffte Leistungssteigerung der DSV-Adler aus. Markus Eisenbichler (220,7/132+135), Andreas Wellinger (217,9/132+131) und Stephan Leyhe (217,7/133,5+133 m) landeten dicht beieinander auf den Plätzen neun, elf und zwölf. Für den Willinger Lokalmatador nach Rang 14 am Samstag immerhin die beiden besten Saisonergebnisse und die Hoffnung auf die WM-Teilnahme in Planica. Nach kurzer Nacht geht es nicht nur für das deutsche Team um 3 Uhr nachts Richtung Frankfurt und in den Flieger in die USA, wo in Lake Placid der nächste Weltcup stattfindet.

Bericht: D. Schütz
Bilder: J.S. Schäfer

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