Noemi Ristau beendet Karriere

11.04.2024

Alpin

Noemi Ristau setzt einen Schlusspunkt hinter ihre überaus erfolgreiche Karriere. Die hessische Para-Skirennläuferin mit Sehhandicap (SSG Blista Marburg) erzielte mit einer WM-Bronzemedaille im Slalom, dem Gewinn des Para-Gesamtweltcups und vierten und fünften Plätzen bei den Paralympics Topergebnisse. Über mehrere Jahre konnte sie sich in der Weltspitze etablieren, obwohl Verletzungen sie in ihrer Karriere wiederholt zurückwarfen. Die ausgebildete Ergotherapeutin war seit 2014 als Leistungssportlerin aktiv und hat sich mit ihrem Ehrgeiz zu einem Vorbild nicht nur für Para-Sportlerinnen und -Sportler entwickelt. Noemi kam als Sehende zur Welt, als Teenagerin wurde bei ihr jedoch die Augenerkrankung Morbus Stargardt diagnostiziert und über einen Zeitraum von mehreren Jahren verringerte sich ihre Sehkraft auf ca. zwei Prozent. Dies hielt sie nicht davon ab, mit über 100 km/h auf Skiern die Berge hinunter zu rasen. Training und Wettkämpfe absolvierte sie mit ihren Guides, auf deren Kommandos sie sich stets verlassen konnte.

Noemi zeigt sich dankbar für die Erfahrungen und Erlebnisse: "Ich blicke auf neun aufregende Jahre voller Sport und Spannung zurück. In dieser Zeit habe ich über 1000 Tage auf den Ski verbracht und bin bei mehr als 100 Rennen mitgefahren. Auch die Teilnahme an vielen Weltcups und an zwei Paralympischen Spielen sind eine große Bereicherung für mich. Zahlreiche tolle Erfolge und Siege nehme ich aus dieser Zeit mit." Von 2014 bis 2018 wurde sie von Lucien und Luise Gerkau beim Skifahren begleitet, die ihr nicht nur grundlegendes Wissen und Technik an die Hand gegeben, sondern auch den Sprung in die Nationalmannschaft ermöglicht haben. Ab 2019 stand dann Paula Brenzel mit Noemi auf der Piste. Gemeinsam waren sie vier Jahre lang an der Weltspitze mit dabei. Doch nun hat dieser Weg ein Ende: "Im August letzten Jahres, nachdem mein Kreuzbandriss im linken Knie wieder verheilt war, wollte ich wieder ins Skifahren einsteigen. Kurz davor habe ich mir, beim normalen Training zuhause, erneut den Meniskus gerissen. Im Oktober letzten Jahres wurde ich dann ein weiteres Mal operiert und im Zuge dessen wurden noch weitere Schäden an meinem linken Knie behoben. Trotz ausgiebiger Reha, Physiotherapie und intensivem Training konnte sich mein Körper nicht ganz erholen und ich kann somit mein vorheriges Leistungsniveau nicht mehr erreichen", so die 32-Jährige. Daher ist sie zu dem Entschluss gekommen, den Leistungssport nicht weiter fortzuführen. Ihrem neuen Lebensabschnitt blickt sie voller Vorfreude und aufgeregt zugleich entgegen: "Dank der Aufnahme in das Zoll-Ski-Team geht es für mich nun schon mit neuen Aufgaben und neuen Herausforderungen beim Zoll in Gießen weiter."

Der Hessische Skiverband gratuliert Noemi zu ihrer Karriere und wünscht ihr alles Gute für die Zukunft!

Bericht: Jan Simon Schäfer
Bilder: Benedikt Lex/Jan Simon Schäfer/privat

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